Snap Maps

Mit der Funktion „Snap Maps“ könnte sich die Art und Weise der Interaktion mit Snapchat verändern.

Wie Snapchat sich aus dem Wahrnehmungs- und Optimismus-Tief befreien will gehört zu den spannendsten Fragen des Tech-Jahrs 2017. Jetzt gibt es eine erste Antwort: Snap Inc. hofft, mit einer in der Vergangenheit von zahlreichen Akteuren erfolglos in Angriff genommenen Idee ein neues Momentum generieren zu können: das Teilen des eigenen Standorts mit Freunden, um spontane Treffen zu ermöglichen oder besondere Events in der Nähe zu entdecken.

Snapchat hat laut TechCrunch das französische Startup Zenly für 350 Millionen US-Dollar gekauft und dessen Eigenentwicklung einer „Social Map“ unter dem Namen „Snap Map“ als Teil der Snapchat-App veröffentlicht. Snap Map zeigt auf einer bunten Weltkarte an, wo sich die per Bitmoji dargestellten Freunde gerade aufhalten, und visualisiert besondere Hotspots mittels einer Heatmap. Nutzer müssen die Kenntlichmachung ihrer Position auf der Karte ihrer Snapchat-Freunde aktiv einschalten, was aus Gesichtspunkten des Schutzes der Privatsphäre begrüßenswert ist.

Den eigenen Standort per Smartphone zu veröffentlichen, um physische Treffen zu ermöglichen, ist kein neuer Ansatz. In den letzten zehn Jahren haben sich diverse Anbieter daran versucht, darunter Foursquare und auch Facebook – allerdings erfolglos. Entweder war die technische Umsetzung des stetigen Location-Trackings noch nicht ausgereift, oder es mangelte an der kritischen Masse. 

Snapchats neuer Versuch hat bessere Voraussetzungen: Die technische Umsetzung ist heute kein Problem mehr. Auch besitzt Snapchat in seinen jüngeren Kernzielgruppen und -märkten eine kritische Masse. Vorteilhaft ist außerdem, dass die Kontaktnetzwerke verhältnismäßig vieler Snapchat-Nutzer in der Kernzielgruppe ihre tatsächlichen physischen Bekanntschaften abbilden. Und schließlich wirkt auch die poppige optische Aufmachung sehr kompatibel mit Snapchats Markenidentität und Positionierung.