Mehr Reichweite & Interaktion für Periscope Live Streams in der Twitter Timeline

Twitter wird häufig vorgeworfen zu wenig Neuerungen beziehungsweise neue Features zu veröffentlichen. Eine der großen Neuerungen war im vergangenen Jahr die Live-Streaming App Periscope. Wie Facebook geht auch Twitter den Weg und veröffentlicht zusätzliche Standalone Apps, anstatt sämtliche Funktionen direkt in Twitter zu integrieren.

Einige dieser Apps floppen und andere Entwickeln sich zu Trends. Wir haben das bei Vine beobachtet und bei Periscope konnten wir eine ähnliche Entwicklung beobachten. Es gibt zwischen beiden Apps aber einen großen Unterschied. Während es sich bei Vine um ein neues und kreatives Content-Format handelte, geht der Einfluss von Periscope deutlich weiter.

Periscope ist der Benchmark für mobile Live Streams

Live Streaming gibt es schon sehr lange. Durch die Kombination von Smartphones, Social Media ist Live Streaming jedoch erst in 2015 richtig durchgestartet. Periscope, Meerkat, YouNow und Facebook Live stehen für mobiles Streaming. Zu jederzeit und an jedem Ort.

Während Periscope und Meerkat von der Nutzerschaft ähnlich aufgestellt sind, richten sich YouNow und aktuell auch noch Facebook Live an andere Zielgruppen. YouNow ist bei Teenagern und Kindern sehr beliebt. Hier geht es nicht um Storytelling, Journalismus und ähnliches. Es geht um das hier und jetzt, um den Alltag und um den Austausch mit den Zusehern. Austausch ist ein gutes Stichwort. Den Live Streaming ist keine Einbahnstraße, sondern auch der Dialog und Reaktionen auf die Zuseher sind ein zentraler Bestandteil.

100 Mio. Streams (oder Broadcasts) wurden mit Periscope mittlerweile erstellt und veröffentlicht. Ein wichtiger Faktor für den weiteren Wachstum ist Twitter. Ähnlich wie bei Vines, werden nun auch Periscope Streams direkt auf Twitter abgespielt. So müssen Nutzer nicht mehr in die App wechseln, um einen Live Stream zu verfolgen. Für Twitter ist das sicher der richtige Weg, aber auch für Periscope? Die direkte Integration von Vines auf Twitter hat Vine zu keinem Wachstumsschub verholfen. Vine hat in meinen Augen enormes Potenzial und das auch für Unternehmen. Aktuell wird Vine aber oft nur als Container verwendet. Sprich Inhalte werden auf Vine erstellt, die Verbreitung und die Interaktionen finden jedoch auf Twitter und in weiteren sozialen Netzwerken statt.

Eine Integration von Periscope auf Twitter, sollte deswegen nicht nur den Stream beinhalten, sondern auch die Interaktionsmöglichkeiten. Periscope kommuniziert jedoch unmittelbar, dass für das Ansehen der veröffentlichten Live Streams keine App und kein Periscope Account notwendig ist. Die Sichtbarkeit der Streams wird sich durch die höhere Reichweite auf Twitter steigern, aber führt es auch zu mehr Wachstum? Wie gesagt, bei Vine war es nicht der Fall und befürchte für Periscope das gleiche.

Interessant ist die Integration definitiv. Einerseits für die Periscope Broadcaster, aber natürlich auch für Twitter. Nutzer, welche sich einen Stream direkt auf Twitter ansehen, werden mehr Zeit in den Twitter Apps verbringen. Zusätzlich entstehen Inhalte, welche beispielsweise in Twitter Moments gesammelt werden können. Aktuell dümpelt Twitter Moments noch vor sich hin. Live Streams, als zusätzliche Content-Quelle, sollten Moments aufwerten.


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Bildquelle Flickr: Fotograf Giorgio Minguzzi sss
Die Irscher Burgnarren aus Trier bei Periscope (made by ingosander)